Frankreich Pur – Teil 1

 

 

Es war Anfang Juni, ich befand mich zu dem Zeitpunkt in einer sehr anstrengenden Klausuren Phase. Ich fasste sehr schnell den Entschluss das ich danach definitiv Urlaub brauche. Ich checkte meinen Terminkalender und sah, dass ich Anfang August etwa 10 Tage freimachen kann um mir eine kleine Auszeit zu gönnen. Eine kurze Nachricht in die WhatsApp Gruppe mit meinen Buddys und keine 10min später meldete sich mein guter Freund Marcel und sagte mir das er auch mächtig Bock hätte und zu dem Zeitpunkt ebenfalls freimachen könne.

Der Lac de Bourget, definitiv einer der schönsten Seen Frankreichs

Perfekt, es fehlte uns also nur noch ein Ziel. Da wir beide Bock auf klares Wasser, gutes Essen und Mädels im Bikini hatten, schieden die Nordfranzösischen Flachlandseen schon einmal aus. Bis nach Südfrankreich fahren? Nein darauf hatten wir irgendwie auch keine Lust. Wir einigten uns auf die Mitte, genauer gesagt auf die französischen Alpen. Ich bereiste diese Gegend bereits zweimal in der Vergangenheit, mir gefiel es dort sehr gut und ich hatte an einem der von mir bereits befischten Gewässer noch eine Rechnung offen.

Richtig cooler Spiegler von einem meiner letzten Trips in die Alpen

Nachdem ich mit meinen Klausuren so gut wie fertig war, rief ich Marco an und bestellte Futter. Bereits einige Tage später fuhr ich zu ihm in die Firma und holte eine ordentliche Ladung frisch gerollter Natural GLM`s ab. In den nächsten Tagen wurde das Tackle gepackt und eifrig gewartet bis es endlich losgehen konnte.

Frisch abgerollte Natural GLM Boilies sollten genau das richtige für den Trip sein

Das erste Ziel der Tour war ein mittelgroßer Baggersee mit Glasklarem Wasser und einem guten Fischbestand. Wir trudelten irgendwann vormittags am Gewässer ein und verschafften uns erstmal einen Überblick. Trotz das wir den kompletten See mit der Polbrille und offenen Augen und Ohren umrundeten, konnten wir leider keine Fischaktivitäten ausmachen. Wir beschlossen uns an einer strategisch sinnvollen Stelle niederzulassen und nach dem Ruten fahren erstmal schlaf nachzuholen. Am ersten Tag passierte bis auf 2 dicke Schleien leider nicht viel. Am Abend verrieten sich durch springen allerdings einige Fische in einem anderen Seeteil. Da es an diesem Gewässer nicht erlaubt ist sich nachts am See aufzuhalten packten wir abends ganz entspannt unsere Sachen zusammen, um am nächsten Morgen ganz früh im besagten Areal wieder aufbauen zu können.

Noch bevor die Sonne voll aufgegangen ist lagen die Ruten

Bereits gegen 5 Uhr waren wir hochmotiviert an der neuen Stelle angekommen. Schnell war das Tackle zum Platz geschleppt und die bereits am Vortag beköderten Ruten ausgelegt. Nachdem wir damit fertig waren, gab es erstmal einen starken Kaffee und feinstes aus der nächstgelegenen Boulangerie. Jetzt konnte der Urlaub endlich richtig starten. Bis zum frühen Nachmittag tat sich an den Ruten leider nichts aber dann rennten uns die Fische förmlich die Hütte ein, ich glaube es waren bis in die späten Abendstunden ganze 12 Fische die wir fangen konnten und darunter einige echt coole Teile wie zum Beispiel einen richtig schönen Fully für Marcel und einen dicken Schuppi für mich.

Was für ein Einstand, direkt am ersten richtigen Tag gab es einen dicken Schuppi für mich

Irgendwann beim drillen eines Fisches, kurz vor der anderen Seite des Sees bemerkte ich bereits einen belgischen Transporter mit 2 Insassen die mich scheinbar beobachteten, bei dem was ich dort machte. Ich dachte mir schon meinen Teil und sagte direkt beim zurückrudern zu Marcel, er könne den Wecker für den nächsten Tag auf 15 Minuten früher stellen. Was soll ich sagen, nachdem selbst wir am nächsten Morgen bereits eine halbe Stunde vor der legalen Zeit am See eintrudelten, hatten die beiden Typen vom Abend zuvor bereits an „unserer“ Stelle aufgebaut. Das allerdings ist angeln an öffentlichen Gewässern, man muss sich mit solchen Leuten abfinden und das beste raus machen. Naja wie dem auch sei, letztendlich bezogen wir dann in angemessenem Abstand eine der nächsten Stellen und verteilten ganz in Ruhe unsere Ruten. Das wir an diesem Tag 5 Fische fingen und die belgischen Mitstreiter überhaupt nichts, war eine sehr große Genugtuung.

Einer von vielen hübsch beschuppten Spieglern zwischen 14-17kg

Das alles hat uns allerdings trotzdem ein wenig die Stimmung versaut und wir beschlossen, uns am nächsten Tag erst einmal ein paar andere Gewässer in der Umgebung anzusehen und vielleicht in ein paar Tagen nochmal wiederzukommen. Wir verabredeten uns für die kommende Nacht noch mit Frank und Björn, die wir Tagsüber am See kennenlernten. Auf dem nahegelegenen Parkplatz wollten wir zusammen die Nacht verbringen und ein paar Flaschen Wein zu köpfen. Am nächsten Morgen standen wir dann trotzdem relativ zeitig auf und schauten uns über den Tag bestimmt 6-7 Gewässer an, zugesagt hat uns aber keins so wirklich. Am Abend landeten wir dann an einem See in der Gegend den ein paar Freunde von mir bereits in der Vergangenheit erfolgreich befischten. Hier wollten wir nun erstmal einige Tage bleiben und es uns gut gehen lassen, das wir nachts am See bleiben durften spielte uns dabei voll in die Karten. Die nächsten Tage liefen nur leider nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Lediglich eine Hand voll kleinerer Fische hatten wir nach 4 Tagen auf der Habenseite. Wir zogen wieder weiter und schauten uns einige weitere Gewässer an. Die meisten saßen entweder voll oder sagten uns einfach absolut nicht zu. Irgendwann abends konnte ich Marcel dann glücklicherweise überreden nochmal zum ersten See zurück zu kehren, wollte ich doch unbedingt nochmal die Chance auf einen der Fische aus dem Altbestand haben. Wir gönnten uns bei der nächstgelegenen Pizzeria eine Pizza zum Mitnehmen und setzten uns in den Abendstunden ans Ufer des Sees um uns einen Überblick über die Anzahl der Angler und den Aufenthaltsort der Fische zu machen. Lediglich ein anderer Angler war da, er erzählte uns aber das dies sein letzter Tag sei und wir für den nächsten Tag freie Bahn hätten. Perfekt dachten wir uns! Bis spät in den Abend bereiteten wir nun alles vor und legten uns danach schlafen.

Baserange Wafter und Prolight Hookbaits in Verbindung mit kleinen PopUps sorgten für regelrechte Sternstunden

Am nächsten Morgen waren wir dann pünktlich um 5 am See und verteilten die Ruten. Nach dem obligatorischen Baguette am Morgen, ging es dann auch schon los und die erste Rute lief ab, ein schöner Spiegler für Marcel. So konnte es auf jeden Fall weitergehen und das tat es auch. Ich fasse mich einfach mal kurz, wenn wir richtig mitgezählt haben dürften es bis zum frühen Abend ganze 17 Läufe gewesen sein die wir hatten. Einfach unglaublich, wusste ich doch bereits aus der Vergangenheit das sowas an diesem Gewässer nicht alltäglich ist und man auch sehr oft mal 2-3 Tage garnichts fängt. Wir waren wirklich mehr als nur zufrieden. Viel besser hätte es an diesem Tag nicht laufen können. Gegen Abend bekam Marcel mal wieder einen Lauf und nach einem wirklich sehr langen Drill kescherte ich ihm einen dicken Spiegler ab. Nachdem wir einige Fotos schossen, bekam ich 3 Piepser auf meine linke Rute welche zudem auch noch die einzige Rute war die seit dem ausbringen am frühen Morgen noch keinen Fisch brachte…

Wie es nun weiter ging werdet Ihr in absehbarer Zeit im zweiten Teil meines Berichts lesen können.

Bis dahin wünsche ich Euch allen eine schöne Zeit am Wasser.

 

Hendrik Scholle

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