Die Vorboten des Herbstes

Es zog mich einmal wieder, wie so oft, an diesen übermäßig besetzten, tiefen und mittelmäßig großen Baggersee.

Meine bessere Hälfte und ich wollten dort die letzten Tage unseres Sommerurlaubes ausklingen lassen, nochmal ein bisschen Kraft für den bevorstehenden Alltag sammeln.

Wir suchten uns einen geeigneten Platz von dem wir unsere Ruten gut verteilen konnten. Dort hatten wir den milden und zudem sehr starken Südwest Wind genau auf der Nase.

Spots waren schnell gefunden und die Ruten lagen dort wo sie auf viele hungrige Mäuler warten sollten. An diesem Pool patroullieren die immer hungrigen Satzsprotten ständig auf der Suche nach Fressbarem umher, quasi die Heuschreckenschwärme der Unterwasserwelt.

Unsere Spots wurden mit den Complete Fish & Fruit garniert. Zusätzlich zu den „Fruits“ kamen bei mir noch Complete Fish Pillen mit in den Spotmix, Boilies halb und halb in verschiedenen Größen und dazu eine gute Portion Nüsse, ein paar Hände voll Pellets und ab dafür, schon flog die Spomb.

Nach der Spodderei und dem nun recht zentral verteilten Spotmix spuckte die orangene Cobra noch ihren Anteil grob gestreut drum herum.

 

Die erste Nacht über blieb es sehr ruhig, nur bei meiner Freundin Janin hingen sich in den ersten Stunden der dunklen Nacht eine „Heuschrecke“ und ein Klodeckel im XL-Format auf.

Doch am späten Morgen/Vormittag meldete sich einer meiner Nevilles und schrie um Hilfe.

Mein Gegenüber zog kontinuierlich Schnur von der Spule meiner S5000 T, deren Bremse recht zäh eingestellt war.

Ruhig und kraftvoll zog der Fisch seine Bahnen und ließ sich nicht blicken. Die Rute war permanent gekrümmt, die Schnur pfiff im Wind und ich konnte im Wasser vor mir große Luftblasen an die Oberfläche steigen sehen.

YES, das ist es was mich antreibt!!!!!

Ein guter Fisch kam an die Oberfläche, ich wurde nervös und meine Freundin stand mit Kescher in der Hand lauernd neben mir.

Der Erste ist gefallen und ich freute mich riesig über den mir sogar noch unbekannten doch schon etwas besseren Fisch! Den Anfang machte ein massiv gebauter und zudem noch markant beschuppter Spiegler.

Eine dieser Nadeln im Heuhaufen wegen der ich hier bin.

 

Im laufe des Nachmittags blieb es ruhig, bis einmal wieder der schrille Schrei meines Nevilles erklang. Dieses mal ließ sich ein etwas kleineres Modell zum Landgang überreden, wunderbar gefärbt und makellos zeigte sich dieser Spiegler in seinen schönsten Herbstfarben.

In der goldig schimmernden und tief stehenden Sonne schossen wir schnell ein paar Bilder. Es passte einfach alles um ein perfektes Bild mit 1000%iger Herbststimmung zu knipsen.

 

Bis hier fütterte ich nach jedem Fisch ein paar Hände voll Pillen großflächig mit der Cobra hinterher, „Sucht Ihr da unten mal schön!“ sagte ich mir leise.

So lagen meine 2 IQ-D Rigs lauernd am Grund des Baggersees.

An der einen Rute mit einem meiner Meinung nach perfekt ausbalancierten Fish & Cream Wafter und an der anderen ein Prolight Hookbait in der Sorte Complete Fish, gepaart mit einem kleinen eyecatcher, einem 10mm Buttersäure Fluoro Popup on top.

 

In der zweiten Nacht gab es nun auch einen wunderschön beschuppten Spiegler auf dem Platz meiner Freundin. Schneider waren wir schon mal nicht mehr!!

 

Kurz darauf ratterte wieder eine meiner geliebten Tournies los und zum Vorschein kam ein sehr markanter etwas kleinerer und vernarbter Schuppi.

 

Den Paukenschlag gab es nun noch am Morgen nach der zweiten Nacht. Ich putzte mir gerade nach einem gemütlichen Frühstück die Zähne. Mit Blick auf die Ruten dachte ich mir dabei nur “Was machste eigentlich wenn jetzt die Nevilles um Hilfe rufen!?“

Ich weiß nicht warum, ob das vielleicht auch eine Art „Watercraft“ ist, ich musste tatsächlich mit Zahnbürste und Schaum im Mund meine just in dieser Sekunde ablaufende Rute aufnehmen.

Der Teufel ist halt manchmal ein Eichhörnchen 😉

Unaufhaltsam zog dort wieder ein scheinbar großes Tier seine Bahnen in der tiefen Wassersäule. Man könnte auch sagen „Der Fisch hat mich gedrillt und nicht ich ihn!“. Zum Vorschein kam ein breiter Rücken, fast so breit wie mein zufriedenes Grinsen.

Dieser Fisch bildete den krönenden Abschluss unseres Sommerurlaubs und dieser Session. Überglücklich und zufrieden packten wir ein und fuhren Heim.

 

Euer Leif Kiesewalter

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