Sternstunden am Low Stock.

Mai – der wohl beste Monat im Jahr für die richtig großen Fische. In dieser Zeit fressen sich die Fische meist die Kraft an, die sie im Juni zum Laichen benötigen. Hinzu kommt der Laich, der die Fische nochmals schwerer macht. Die letzten Jahre haben definitiv gezeigt das in diesem Monat die meisten großen gefangen werden.

Für dieses Jahr nahm ich mir ein sehr schwach besetztes Gewässer vor. Ich schätze den Bestand auf etwa 30 Fische. Die Fische sind uralt und unglaublich schön. Erschwert wird die Fischerei durch heftiges Kraut, Krebsen und dem Wanderweg der ringsherum um den See führt. Bereits vor zwei Jahren fischte ich dort ohne großen Erfolg. In diesem Jahr sollte alles anders werden. Ich wollte die Fische auf mein Futter konditionieren, sie in Ruhe fressen lassen und nur wenig beangeln.

Bereits Anfang April suchte ich mir einen geeigneten Platz für mein Vorhaben aus und fing diesen an zu befüttern. Von dieser Stelle aus konnte ich Tiefen von drei bis sieben Meter befischen. Es waren zwei kleinere Spots von je circa zwei Quadratmetern, drumherum sehr starkes Kraut, wie fast überall im See.

Meinen Futterrhythmus legte ich auf jeden zweiten Tag fest. Ich schaute penibel auf das Wetter und den Luftdruck, passte so meine Futtermenge an. Immer dann, wenn es fängig war, fütterte ich mehr Boilies auf die Spots. Dies zog ich den gesamten April und Mai durch.

Das Futter

Wie immer, wenn ich es auf große Fische abgesehen habe setzte ich auch diesmal auf meinen absoluten Lieblingsboilie, den Protex. Diesem Köder verdanke ich etliche Riesen in den letzten Jahren. Auf meinen Plätzen fütterte ich nur Boilies in verschiedenen Durchmessern, wobei die kleineren Durchmesser überwiegten. Auf Partikel und Co verzichtete ich wie immer komplett. Meine Futtermenge richtete ich wie oben bereits erwähnt nach den jeweiligen Bedingungen. Diese variierte zwischen 2 und 10 Kilo im zwei tages Rhythmus.

Meine Rigs

Wie fast immer, kam auch hier mein Standartrig zum Einsatz. 25 lbs Maxima Fluorocarbon, 4 er Wide Gape als D Rig gebunden und als Hakenköder einen Prototypen Baserange Wafter in 20 oder 24 mm.

Die erste Nacht

Meinen ersten Versuch auf dem Futterplatz machte ich Anfang Mai, nach vierwöchigem füttern. Tatsächlich bekam ich gegen drei Uhr in der Nacht den ersehnten ersten Biss, verlor den Fisch jedoch im dichten Kraut. Bis zum nächsten Morgen passierte leider nichts, obwohl Fische auf meinem Platz rollten.

Ein paar Tage später dann der nächste Versuch! Auch dieses Mal lief die Rute gegen drei Uhr in der Nacht los. Nach heftigstem Drill durch das Kraut kescherte ich den ersten Fisch aus diesem Gewässer ab und was für einer! Ein riesiger orange gefärbter Schuppi mit deutlich über 25 Kilo, wie meine Waage kurz danach bestätigte. Wahnsinn!!!

Wieder ein paar Tage später folgten die nächsten Fische. In den frühen Morgenstunden konnte ich einen der schönsten Fische fangen, die ich bis jetzt fangen durfte. Ein fetter Spiegler mit richtig großen Apfelschuppen auf der Flanke. Dazu noch 23,5 Kilo schwer. Ihm folgte beim einpacken noch ein weiterer Spiegler mit über 17 Kilo. Langsam machte sich die Arbeit der letzten Wochen bezahlt.

Im weiteren Verlauf hatte ich meist einen Lauf in den Morgenstunden, wobei die meisten Fische über 20 Kilo schwer waren. Ich war absolut zufrieden, wusste ich doch aus der Vergangenheit wie schwer dieser See durch die geringe Fischdichte ist. So einen Lauf wie ich ihn in diesen Wochen erleben durfte war wirklich etwas besonders.

Vollmond

Vollmond Ende Mai – DIE Zeit für die ganz großen! Zum ersten Mal fischte ich zwei Nächte am Stück auf diesem Platz. Die Bedingungen schreiten förmlich nach Bigfish. Freitagabend kam ich erst gegen 21 Uhr am See an. Schnell lagen meine Ruten auf ihren Plätzen und ich verkroch mich hundemüde in meinen Schlafsack, in der Hoffnung in den Morgenstunden meinen Zielfisch aus diesem Gewässer endlich fangen zu können. Doch es passierte nichts! Ich packte am späten Vormittag ein und fuhr abends wieder zum See. Die Ruten lagen wie immer in den letzten Wochen perfekt auf ihren Spots. Gefüttert hatte ich nichts mehr. In der Nacht bekam ich einige Pieper, doch es passierte nichts weiter. Während des Sonnenaufgangs sah ich Fische aus der Seemitte in Richtung meines Spots ziehen. Sie kamen immer näher. Gegen 10 Uhr dann der Biss. Nach langem Drill durch mehrere Krautfelder lag er dann auf meiner Matte, im Maul baumelte noch mein Protex Wafter. Er war es tatsächlich, mein Zielfisch. Ein Freudenschrei folgte als ich auf die Waage schaute, über 30 Kilo! Unglaublich!

Nach diesem Fisch machte ich nochmals zwei Nächte. Jedoch war für mich die Luft an diesem See vorerst raus. Nun kann ich mich anderen Fischen, Gewässern und Socials widmen.

Anbei eine kleine Auswahl der Fische, die ich in dieser Zeit fangen durfte.

Cheers

Marco

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