Zwischen Schilf, Schlamm und dicken Fischen.

Jedes Jahr vor der Laichzeit zieht es mich an die großen öffentlichen Flachlandseen Nordfrankreichs. Vor der Laichzeit heißt dort für mich je nach Wetterlage zwischen Ende April und Mitte/ Ende Mai. Für mich persönlich gibt es keine schönere Angelei als dort beim heranwachsenden Schilf mitten im Wald in einer Schlammwüste zu hocken. So auch im vergangenen Frühjahr.

Der Urlaub stand, von Ende April bis in die erste Maiwoche sollte es endlich losgehen. Es war also an der Zeit sich mit dem passenden Futter einzudecken. Ich entschied mich zum einen für unsere Elementor Boilies. Durch die natürlichen und hochwertigen Bestandteile ist dieser Köder meiner Meinung nach nahezu perfekt geeignet für diese nahrungsreichen schlammigen Gewässer. Als auffällige Alternative fand ebenso eine Tüte Coconilla Boilies den Weg in meinen Eimer.

Elementor Boilies, welche ich zum Teil zusätzlich mit Liquid und Betain benetze sind meine erste Wahl in Nordfrankreich.

Tigernüsse sind auch immer mit dabei, alleine schon um im Notfall gegen die zahlreich vorhandenen Welse anzukommen, welche dort eine wirkliche Plage sind.

Von vorherigen Trips wusste ich bereits, dass Welse zur echten Plage werden können.

Direkt freitagnachmittags ging es los, für mich allerdings mit Zwischenstopp in Frankfurt bei meinem Bruder. Mein Kollege Stefan hingegen war schon seit Freitagmorgen am Start und konnte im anvisierten Flachwasserbereich auch direkt einige Fische ausmachen.
Irgendwann samstags vormittags trudelte dann auch ich mit einem Träger Kronenbourg und ein paar frischen Baguettes auf dem abgeschiedenen Waldparkplatz ein.
Nach etwa 30 min übersetzen bog ich mit meiner Falte dann endlich in die kleine Schilfschneise ab und wurde von Stefan herzlichst begrüßt. Schnell waren meine sieben Sachen aufgebaut und ich konnte mich um meine Ruten kümmern.

Aufgrund der teilweise extremen Entfernungen von nicht selten bis zu 600m setze ich dort auf sinkende geflochtene Hauptschnur mit vorgeschalteter 0,60er Schlagschnur. In die Safety-Clips hänge ich statt großer Grippa Bleie, Steine. Beim Biss will ich das sich Stein oder Blei direkt aushaken. Steine haben zwei Vorteile, zum einen schonen sie den Geldbeutel, zum anderen die Gewässer. Die Vorfächer mit stabilen 2er- 4er Haken wurden mit den passenden Prolight Hookbaits und Tigernüssen bestückt. Popups finden bei dieser Angelei nur selten Verwendung, da meine Kollegen und ich die Erfahrung gemacht haben, dass diese dort eher die kleineren Fische ans Band bringen und auf die großen Fische scheinbar eher eine scheuchende Wirkung haben.

Gerne hänge ich Steine in meine Safety Clips.
Die Ruten lagen, das Warten konnte beginnen.

Meine 4 Ruten verteilten wir ebenso wie Stefan seine zum Großteil recht Ufernah am Schilf. Nachdem Stefan bereits in der ersten Nacht einen Fisch fangen konnte, durfte auch ich direkt am ersten Abend einen „abholen“ denn mit drillen hat der Kampf nach dem hineinziehen ins Schilf leider wenig zu tun.

Schon am ersten Abend fing ich meinen ersten Fisch des Trips.

Wir fingen von nun an Kontinuierlich unsere Fische, teilweise gleich mehrere pro Tag. Auch die Beifänge hielten sich in Grenzen, ganz ausschließen lassen sich Waller, Karauschen und Schleien allerdings nie. So hakten wir vom Boot mehrere Welse bis ca. 1,80m ab.

Es lief wie am Schnürchen, wie dieser hohe 30er beweist.

Einzig eine Rute brachte nichts außer mehreren Wallern. Mitten in diesem See, der wirklich nahezu komplett ohne Struktur ist, gibt es ein etwa 10 großes Betonfundament. Fütterten wir sonst nur 1-2 kleine Hände auf die Ruten, kellten wir auf dieser Stelle ordentlich ab. Das durchhalten und drillen von jedem einzelnen Wels auf dieser Rute sollte sich auszahlen. Am vorletzten Tag schwenkte das Wetter um und bescherte uns Nachmittags beim Kaffeetrinken einen richtig geilen Schuppi.

Die mehrere Tage gefütterte Stelle brachte nach 3 Welsen diesen 18,5kg Schuppi.

Für die letzte Nacht legten wir nochmal einige Ruten um. Eine meiner Ruten legten wir an eine recht unscheinbare Stelle, etwa 50m weit im Flachwasser standen mitten im „nirgendwo“ 4 einzelne Seerosenstängel.
Ich legte einen Elementor Prolight Hookbait genau davor. Mitten in der letzten Nacht gab es an dieser über 500m weit draußen liegenden Rute einige Pieper. Der Kontrollgang zur Rute bestätigte sich in Form von einem unterm Blank sitzenden Swinger.
Locker flockig ruderte Stefan mich über den Fisch welchen wir auch recht schnell in den Kescher bugsieren konnten. Das wiegen am Ufer bestätigte unsere Vermutung das der Spiegler deutlich über 20kg wiegt. Wir freuten uns mega in der letzten Nacht nochmal so ein Brett fangen zu dürfen. Am nächsten Morgen traten wir mit einem fetten Grinsen im Gesicht die Heimfahrt an.

Fetter Spiegler in der letzten Nacht. Besser hätte es nicht laufen können.

Ich hoffe ich konnte euch hiermit ein wenig meine Angelei an den großen Nordfranzösischen Flachlandseen näherbringen. Ich wünsche euch für die Zufunft viel Erfolg am Wasser.

Hendrik Scholle

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